Inhalte für alle zugänglich machen.

Computer sind für viele Menschen ein wichtiges Instrument, um sich mitzuteilen und Informationen zu beschaffen. Dies gilt in noch ausgeprägterem Masse für Menschen mit Behinderungen. Computer und Internet bilden in diesen Fällen manchmal die einzige Möglichkeit, in Kontakt mit der Aussenwelt zu treten. Ein barrierefreier Zugang zu digitalen Inhalten und Dienstleistungen wird daher immer wichtiger.

Doch was sind eigentlich Barrieren und wie entstehen Sie? Die häufigsten Barrieren im Internet sind Informationen, die rein optisch codiert werden. Blinden Nutzerinnen und Nutzern fehlt dadurch die Semantik. Beispiele dafür sind Überschriften, die nur durch eine fette Schrift ausgezeichnet sind oder Grafiken und Bilder ohne Alternativtext. Wenn Informationen lediglich über die Farbe codiert und dabei schwache Farbkontraste verwendet werden, kann es leicht passieren, dass diese Informationen aufgrund einer Sehbehinderung, Gegenlicht oder eines schlecht eingestellten Computerbildschirms verloren gehen. Ein weiteres Problem ist die fehlende Tastaturbedienung. Oft enthalten Websites dynamische Menus oder interaktive Flash-Elemente, die nur mit der Maus richtig bedient werden können. Menschen mit einer motorischen Behinderung aber auch blinde Personen, die keine Maus verwenden, stossen auf solchen Websites auf unüberwindbare Barrieren.

Umsetzung in der Praxis.

Will man eine Website barrierefrei gestalten, dann hält man sich am besten an die Richtlinien für barrierefreie Webinhalte (WCAG) des W3C. Die Richtlinien der WCAG richten sich nach vier Prinzipien: Wahrnehmbar, Bedienbar, Verständlich und Robust.

Die Benutzerinnen und Benutzer müssen die Website wahrnehmen. Eine gehörlose Person kann Audio-Clips nicht hören, eine blinde Person kann Bilder nicht sehen. Für solche Elemente benötigt es daher Alternativen, wie beispielsweise eine textuelle Beschreibung eines Bildes. Die Website muss zudem von allen Nutzerinnen und Nutzern bedienbar sein. Personen, die keine Maus verwenden, sollen eine Website vollständig mir der Tastatur handhaben können. Das dritte Prinzip ist die Verständlichkeit: Die Benutzerinnen und Benutzer müssen die Information auf der Website sowie die Bedienung verstehen. Der Aufbau der Seite soll deshalb klar und die Texte einfach gehalten werden. Zuletzt müssen die Inhalte robust genug sein, damit sie zuverlässig von unterschiedlichen Benutzeragenten, einschliesslich assistierender Techniken, interpretiert werden. Die Benutzerinnen und Benutzer sollen mit verschiedenen Browsern und Hilfsprogrammen auf die Website zugreifen können.

Medien für alle

Der Zugang zu Informationen und der Erwerb von Wissen sind sehr wichtig für die Integration. Genau hier setzt das Projekt „Medien für alle“ der Stiftung „Zugang für alle“ an: Zur gezielten Förderung verschiedener Kompetenzen im Umgang mit modernen Informations- und Kommunikationstechnologien hat die Stiftung ein Schulungsmodul für Menschen mit Behinderungen entwickelt. Den Teilnehmenden werden die Möglichkeiten aufgezeigt, wie sie trotz ihrer Einschränkungen Zugang zur Informationsgesellschaft erlangen. Die Schulungen sind mehrtägige Module, die von Behindertenschulen und -werkstätten gebucht werden können. Im Fokus steht die gemeinschaftliche Erstellung eines Online-Magazins, mit dem Jugendliche mit Behinderungen zur Beteiligung an der modernen Informationsgesellschaft ermutigt werden. Zu diesem Zweck wurde eigens ein barrierefreies Redaktionssystem entwickelt.

Möchten Sie mehr über das Projekt „Medien für alle“ erfahren oder sind Sie an der Durchführung einer Online-Schülerzeitungswoche an Ihrer Schule oder Ihrer Ausbildungswerkstätte interessiert? www.access-for-all.ch

„Die Integration von Menschen mit einer Behinderung ist der Stiftung Denk an mich ein grosses Anliegen. Der Zugang zu Informationen und damit auch zu Wissen ist ein wichtiger Teil der Integration. Das Projekt „Medien für alle“ ermöglicht genau dies: Es vermittelt Menschen mit einer Behinderung Kompetenzen im Umgang mit modernen Informations- und Kommunikationstechnologien und lässt sie aktiv an der heutigen Gesellschaft teilnehmen."
Catharina de Carvalho, Geschäftsführerin Stiftung Denk an mich