Häufig gestellte Fragen

Weshalb engagiert sich die Stiftung Denk an mich für einen hindernisfreien Tourismus? 
Menschen mit Behinderungen sollen selbstbestimmt am gesellschaftlichen Leben teilhaben können. Auch in den Ferien. Das ist bis heute jedoch nur bedingt möglich. Denn im Tourismus braucht es hindernisfreie Angebote, die weit über die baulichen Massnahmen hinausgehen. Angefangen vom Informationszugang über die Reiseplanung und Buchung bis hin zum persönlichen Kontakt mit den Anbietern benötigen Menschen mit Behinderungen Instrumente, die Ferien auch für sie zugänglich machen. Beispielsweise durch hindernisfreie Internetseiten oder Buchungs-Plattformen, die entsprechende Angebote integrieren. Hier besteht noch viel Handlungsbedarf. 

Seit der Gründung 1968 setzt sich die Stiftung Denk an mich für Ferien- und Erholungsaufenthalte für in der Schweiz wohnhafte Menschen mit Behinderungen ein. Das Engagement für einen hindernisfreien Tourismus steht also ganz in der Tradition der Stiftung.

Kann sich die Stiftung Denk an mich dieses Projekt überhaupt leisten?
Die Stiftung Denk an mich kann das Projekt "Ferien – zugänglich für alle" nur dank einem grosszügigen Legat von Monika Wirz-Römer (Künstlername: Monica Morell) realisieren. Zudem wird das Projekt vom Eidgenössischen Büro für die Gleichstellung von Menschen mit Behinderungen (EBGB) finanziell wie ideell unterstützt. Die öffentliche Hand trägt damit genauso zum Gelingen des Projekts bei. 

Die Stiftung Denk an mich strebt bei diesem Projekt eine breite Partnerschaft an. So sollen durch Fundraising weitere finanzielle Mittel generiert werden. Denn nur wenn viele starke Partner in das Projekt eingebunden sind, lässt sich dieses nachhaltig und flächendeckend verwirklichen.

Wieso geht das Geld „nur“ an die Schweizer Jugendherbergen und wieso wird es von Denk an mich nicht breiter gestreut?
Dafür gibt es gleich mehrere Gründe. Einerseits sind die Schweizer Jugendherbergen geeignet für Familien mit behinderten Mitgliedern. Andererseits haben die Schweizer Jugendherbergen im Bereich Hindernisfreiheit bereits grosse Vorleistung erbracht. Die Beherbergung von Menschen mit Behinderungen verstehen sie denn auch als Teil ihres sozialtouristischen Auftrages. So wurde bereits 2008 das Konzept „Hindernisfreie Jugendherbergen“ erarbeitet.

Dank der Partnerschaft mit der Stiftung Denk an mich kann nun ein grosser Schritt auf dem Weg zu einem umfassenden, hindernisfreien Angebot realisiert werden. Für Denk an mich aber ist klar: Mit der erfolgreichen Umsetzung soll das Projekt Breitenwirkung und Vorbildcharakter entwickeln. Und als Motivation für weitere Partner dienen, den Gleichstellungsauftrag auch bei ihrem Tourismus-Angebot umzusetzen.

Früher unterstützte die Stiftung Denk an mich ausschliesslich Ferien für Menschen mit Behinderungen. Warum hat sich das geändert und lanciert sie eigene Projekte?
Denk an mich ermöglicht nach wir vor Ferien- und Freizeitangebote für Menschen mit Behinderungen. Mit rund zwei Dritteln aller gesprochenen Mittel werden Institutionen und Organisationen unterstützt,die das entsprechende Programm anbieten. Dieses Engagement bildet also weiterhin den Kern der Stiftung.

Seit der Gründung von Denk an mich vor über 45 Jahren hat sich jedoch vieles stark verändert. Die Situation der betroffenen Menschen, aber auch das Ferien- und Freizeitangebot. Damit sind neue Bedürfnisse entstanden. Seit 2011 realisiert die Stiftung darum auch eigene Projekte, die den neuen Anforderungen gerecht werden, nachhaltig sind und dem Stiftungszweck entsprechen. Finanziert werden diese Projekte ausschliesslich durch Legate und gefährden das „Kerngeschäft“ dadurch in keiner Weise.

Ich möchte, dass meine Spende nur für Ferien verwendet wird. Ist das überhaupt möglich?
Ja. Wenn Sie bei Ihrer Spende nichts Besonderes vermerken, unterstützen Sie damit automatisch Ferien und Freizeit für Menschen mit Behinderungen. Wollen Sie dagegen ein Projekt wie "Ferien – zugänglichfür alle" oder "Spielplätze für alle" unterstützen, müssen Sie dies bei Ihrer Spende explizit erwähnen.

Wie ist die Partnerschaft mit den Schweizer Jugendherbergen zustande gekommen?
Der freie Zugang zu Beherbergungs- und Informationsangebot erachten die Schweizer Jugendherbergen als Teil ihres sozialtouristischen Auftrags. So haben sie in den vergangenen Jahren schon früh erkannt,dass neben baulichen Massnahmen auch die gesamte Dienstleistungspalette hindernisfrei gestaltet werden muss: von der Information über die Buchung des touristischen Angebots bis hin zum persönlichen Kontakt mit ihren Mitarbeitenden. Daraufhin haben die Schweizer Jugendherbergen im Jahr 2008 das Konzept „Hindernisfreie Jugendherbergen“ erarbeitet.

Auf Initiative der Stiftung Denk an mich schliessen sich nun die beiden Organisationen für dieses Projekt zusammen. Denn gemeinsam lassen sich Synergien nutzen und die Ziele beider Partner effizienter realisieren. So bringen die Schweizer Jugendherbergen das touristische Know-how ein, während die Stiftung Denk an mich die Anforderungen und das Fachwissen für eine hindernisfreie Angebotsgestaltung einfliessen lässt. Denk an mich fungiert zudem als Netzwerk-Partner und eröffnet den Schweizer Jugendherbergen den direkten Zugang zu den Betroffenen, den relevanten Behindertenorganisationen und Experten, die es für eine erfolgreiche Umsetzung braucht.

Bereits bei den ersten Gesprächen hat sich gezeigt, welches Potential dieses Projekt für die gesamte Schweizer Tourismusbranche besitzt. So kann es bei einer erfolgreichen Umsetzung zum Vorbild werden und exemplarisch aufzeigen, wie heute hindernisfreie Ferien- und Freizeiterlebnisse zu gestalten sind.

Wer beurteilt die baulichen Massnahmen?
Die Schweizerische Fachstelle für behindertengerechtes Bauen, vertreten durch Joe Manser und Beni Rüdisüli, ist der fachliche Partner. Als nationales Kompetenzzentrum für behindertengerechtes Bauen kennt die Fachstelle sämtliche Belange. Grundsätzlich gilt bei den baulichen Massnahmen die Norm SIA 500. Diese Grundanforderung muss erfüllt sein. Zusätzlich angestrebte Optimierungen werden stets nach der Verhältnismässigkeit beurteilt.

Bereits beim Projekt "Spielplätze für alle" konnte die Stiftung Denk an mich auf die Fachkompetenz der Fachstelle zurückgreifen. Eine Zusammenarbeit, die sich bestens bewährt hat.

Welche Behinderungen werden bei diesem Projekt berücksichtigt?Hindernisfreiheit für alle ist das Ziel. Denn alle Menschen mit Behinderungen sollen am gesellschaftlichen Leben teilhaben können. In diesem Projekt werden darum die vielfältigen Formen von Behinderungen berücksichtigt. Wir sind uns jedoch bewusst, dass nie sämtliche Bedürfnisse voll abgedeckt werden können. Dennoch streben wir stets die ideale Lösung an. Bauliche und technische Hindernisse wollen wir weitgehendst beseitigen bzw. verhindern. Zudem wird das Personal der Schweizer Jugendherbergen im Umgang mit Menschen mit Behinderungen geschult.

Von vielen Massnahmen werden auch Menschen ohne Behinderungen profitieren. So bietet ein Aufzug genauso Erleichterung für Senioren oder für Eltern mit Kinderwagen. Texte in einfacher Sprache sowie visuelle Darstellungen helfen auch Menschen, die wenig Deutsch sprechen, noch nicht oder kaum lesen können. So unterstützt das Projekt alle, ihre Ferien bestmöglich und ohne Hindernisse zu geniessen.

Das FAQ der Schweizer Jugendherbergen finden Sie hier.